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Schufa und Crifbürgel planen Stromkunden-Datenbank

Es ist wirklich schön, jeder kleine Popelverein, darf sich mit der Datenschutzgrundverordnung herumärgern, aber Unternehmen wie die Schufa dürften nun eine Datenbank aller Stromkunden aufbauen.

Jeder der eine Webseite für den Musikverein im 200 Einwohner Ort pflegt, durfte sich im letzten Jahr mit der DSVGO herumärgern, jedes kleine Handwerkerle auch. Es drohen Abmahnungen und Strafen, wenn man irgendeinen Scheiß verkehrt macht oder der Cookie Hinweis nicht in der richtigen Geschmacksrichtung erscheint.

Große Unternehmen müssen nicht jammern, mit genug Anwälten kann man alles umsetzen, was kleinere Unternehmen sich nicht wagen. Und wenn es doch mal auf den Deckel gibt, dann zahlt man eben eine kleine Strafe.

Scheinbar kann auch die Schufa einfach eine Datenbank aller Stromkunden aufbauen, wie Heise-Online schreibt.

Die Gründe lesen dich dabei durchaus interessant:

Daten von Strom- und Gaskunden sollen offenbar branchenweit zusammengeführt werden, haben Recherchen von NDR und der Süddeutschen Zeitung (SZ) ergeben. Das könnte Verbrauchern den Wechsel erschweren und sogar für Ablehnungen sowie schlechteren Vertragsbedingungen führen, etwa weil Kunden leicht zu identifizieren wären, die den Stromanbieter häufig wechseln.

Kunden, welche es wagen zu oft den Anbieter zu wechseln, verbietet man so einfach den Wechsel. Toll! Immerhin gibt es seichte Kritik vom Datenschutzbeauftragten:

Thilo Weichert, hat NDR und SZ gesagt, er sehe das Vorhaben sehr kritisch. “Solche Pools führten dazu, dass Verbraucher unter den Anbietern nicht mehr frei wählen könnten” und spricht davon, Kunden würden zu einem “Freiwild der gesamten Branche” werden.

Immerhin hat der Mann Bedenken, aber so richtig klingt es nicht danach, als ob er irgendeine Möglichkeit hätte das zu verhindern. Nicht alle Datenschützer sehen das so:

Positiver bewertet das Michael Kaiser von der hessischen Datenschutzbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich die Schufa liegt: “Wenn ich sehe, dass im Markt der Energieversorger schon die ein oder andere Insolvenz passiert ist – hauptsächlich aufgrund nutzloser Akquisitionskosten – dann muss ich dieses legitime Interesse einfach anerkennen.”

Na fein, weil die Anbieter zu hohe Provisionen beim Wechsel verlangen und daran zugrunde gehen, macht so eine Datenbank natürlich Sinn. Schuld ist der Verbraucher, der die Anbieter in den Ruin stürzt, weil er seine Angebote wahrnimmt.

Letztlich hätten es doch die Anbieter selbst in der Hand den Kunden zum Bleiben zu animieren. Statt irgendwelcher Angebote für Neukunden und nur für diese, könnte man auch Bestandskunden mit der Zeit Rabatte einräumen. Du bist 3 Jahre unter Kunde, du bekommst jetzt 15 % Rabatt.

Ansonsten empfehlen wir die Datensammlung noch zu erweitern, vielleicht ergibt sich mit intelligenten Stromzählern noch etwas, was an Daten anfällt und schlechte Stromkunden erkennt.

Wir prangern dies an.

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